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Z├╝richseerundfahrt

Jan Bollag 25.08.2010

Weil sich der diesjährige Swiss Inline Cup bereits nach zwei Etappen wieder verabschiedete und auf nationaler Ebene keine weiteren Rennen über Marathondistanzen durchgeführt wurden, stellte sich bei den Startenden natürlich die Frage nach dem aktuellen Formstand. Würden die Trainingseinheiten reichen, um der Herausforderung Zürichseerunfahrt gewachsen zu sein? Oder waren die bescheidenen Wettkampferfahrungen gerade die richtige Voraussetzung, um motiviert in Meilen an den Start zu gehen? Wie bereits im letzten Jahr wollten es wieder die gleichen vier wissen und trafen sich kurz vor 22 Uhr gut gewappnet im Badehäuschen von Daniels Eltern.

Eine zweiwöchige Trainingspause musste bei Daniel als Ausrede für die bescheidene Zielzeit von 2 Std. 40 Min. herhalten. Das schien wohl eher Wunschdenken. Für die anderen war nämlich klar: Die letztjährige Bestzeit von 2 Std. 26 Min. sollte nochmals unterboten werden. Diesem zugegebenermassen hochgesteckten Ziel sollte eigentlich mit Ausnahme der fehlenden Rennpraxis nichts entgegenstehen. Die letzte Regenzelle hat sich gerade aus dem Staub gemacht und einen trockenen und gut temperierten Abend zurückgelassen. Winde waren keine mehr auszumachen und das gegenüberliegende Seeufer spiegelte sich fast fehlerlos im See. Vereinzelte Wolken schoben sich manchmal vor den Vollmond und sorgten so für postkartenähnliche Nachtstimmung.

 

Trotz unerwartet starkem Verkehr kamen wir auf dem ersten Abschnitt zügig voran und erreichten Rapperswil in gut 35 Minuten. Hilfreich dürftendabei auch die Glarner Anfeuerungsrufe kurz nach Stäfa gewesen sein. Der Seedamm präsentierte sich dieses Mal wetterbedingt noch eine Spur dunkler und motivierte Roman eine Alternativstrecke zu testen. Schnell zeigte sich aber, dass es bis Pfäffikon nur einen einzigen Weg gibt. Die Weiterfahrt entlang dem linken Zürichseeufer liess unsere Skaterherzen hüpften. Meist wurde uns ein schlaglochfreier, an mehreren Stellen erst gerade vor kurzem eingebrachter Belag präsentiert. Etwas, dass wir auf der anderen Seeseite nur noch ausnahmsweise vorfinden würden. Ganz klar: Die südlichen überholen die nördlichen Gemeinden links!

Kurz vor dem zweiten Trinkstopp am Zürcher Bellevue machten sich bei Daniel erste Defizite bemerkbar. Straflos kommt man leider nicht an Besuchen in Starbuck und McDonald vorbei. Wir lagen jedoch immer noch im letztjährigen Zeitplan, was dem Schwächeanfall entgegenwirkte. Ein kurzer, aber kraftvoller Schluck aus dem Sechse-läutenbrunnen musste reichen und dann ging es auf das letzte Teilstück. Daniel versuchte sich ein letztes Mal dem Kraftakt zu entziehen, wurde aber sofort wieder in die Reihe zitiert. Mit leichter Unterstützung reichte es doch noch, gemeinsam die Rundfahrt zu beenden.

Berücksichtigt man die verdächtig lange Pinkelpause beim Theater Spektakel, dürfte der letztjährige Rekord zumindest egalisiert worden sein. Leider lässt sich das nicht eindeutig belegen, weil die Uhren auch während den Unterbrüchen weitergelaufen sind. Aber wie mittlerweile bekannt sein sollte, spielt die Zeit ja nur am Rand eine Rolle. Der eigentliche Höhepunkt kommt nämlich erst danach: Skates ausziehen, aufschnaufen, langsam in den Zürichsee gleiten und dann ein paar gemütliche Schwimmzüge im Angesicht des Vollmondes machen.

Dabei waren Jan Bollag, Daniel Donatsch, Markus Keller und Roman Schuhmacher.